Montag, 23. März 2015

Für Berni & Nob


Ich habe jetzt über sieben Wochen in Holzwerkenabstinentz leben müssen. Der Grund war ganz einfach: fünf Wochen Urlaub :-).
Dafür war die Zeit vor dem Urlaub um so intensiver mit Holzarbeiten ausgelastet. Ursache war ein neues und dringend benötigtes Möbelstück für meine Schwester und ihren Mann. Sie haben Familienzuwachs bekommen und in letzter Minute, bevor die Kleine eingezogen ist, war das neue Möbelstück auch schon fertig, geliefert und aufgebaut. Knapper hätte es wirklich nicht sein können.

Die Idee zu dem Bett stammt nicht von mir, sondern von Veronika Zenz. Ihre Ausführung
des Beistellbettes hat meiner Schwester so gut gefallen, dass ich es nachbauen durfte. Ich hoffe das geht für dich in Ordnung, Veronika!

Zum Bett selber:
Das Material ist 20mm Birke, Plattenware - durchgehende Lamellen, mit einer kleinen Kirscheinlage an Kopf- und Fußteil. Oder Fuß- und Kopfteil...? Hängt davon ab, wie das Bett steht.

Da der Bau solch eines Beistellbettes von Veronika schon ausführlich dokumentiert wurde, halte ich mich für heute eher kurz und zeige viel lieber Bilder.




Die Kirsche ist noch von einem kleinen Couchtisch, den ich vor drei Jahren für meine Schwester und (mittlerweile) ihren Mann gebaut habe. Die Kirsche war 25mm dick und anfangs wollte ich sie noch auftrennen, um mehr Material für die Füllungen zu haben. Aber am Ende hätte ich wahrscheinlich nur 10mm dicke Kirschbretter gehabt. Und das war mir dann zu wenig.
Letzten Endes habe ich die Füllungen durch die Dickte gejagt und so auf 15mm gehobelt.



 

 

Die Gitterstäbe für das Bett sind aus einem Stück heraus gesägt. Damit ergibt sich ein einheitlicheres und ruhigeres Strukturbild. Ob das die Eltern bzw. der Nachwuchs bemerken werden...?? Wohl eher für mich wichtig, wie für die Auftraggeber?!
Sämtliche Gitterstäbe wurden noch mit kleinen 20x30mm Dominos ausgestattet.


Die vier einzelnen Rahmen wurden mit Klamex von Lamello miteinander verbunden. Die Fräsungen konnte ich ohne Probleme mit meiner Makita-Lamellofräse erledigen. Einfach nur zwei Fräsungen untereinander, anstatt einer dicken mit der Original Lamello.



Vor dem Zusammenbau aller Einzelteile war noch einiges an Schleifarbeit notwendig. Ohne die gewissenhafte Arbeit meiner Freundin hätte ich wohl mindestens einen halben Tag mehr benötigt!

 







Um die Füllungen gleichmäßig in die Überplattungen einsetzen zu können, habe ich kleine Sperrholzstreifen (3mm) zur Hilfe genommen. Die konnten nach dem Verleimen wieder enfternt werden.



Die Auflagen für den Lattenrost sind auf drei Höhen verstellbar, die Gitterstäbe auf einer Seite können in den kommenden Jahren zusammengesteckt und wieder entfernt werden. So hat meine Nichte dann auch die Möglichkeit gut in das Bett und aus dem Bett kraxeln (steigen, klettern) zu können. Und damit die Löcher in der unteren Zarge nicht mit Papier vollstopft werden, kann man die Zarge einfach umdrehen und das Bett wird immer noch halten.

So sah das Schlafzimmer der frisch gebackenen Eltern aus, als meine Schwester vom Krankenhaus mit der Kleinen nach Hause kam. Sie muss wohl - nach ihren eigenen Aussagen - vom Bett recht angetan gewesen sein. All zu viel Lob gab es trotzdem nicht mehr. Aber das dürften wohl einige von euch kennen. Die Ansprüche und Erwartungen sind über die Zeit einfach gestiegen und es wird nichts anderes mehr erwartet. "Nicht getadelt ist auch gelobt." ;-)

 





Kommentare:

  1. Hallo,

    ein wirklich schönes Beistellbett ist dir da gelungen.

    Kann ja auch ohne weiteres für später als normales Bett genutzt werden.

    Gruß
    Waldemar

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  2. Hallo Waldemar,
    vielen Dank! Das Bett ist auch so gedacht, dass es noch ein paar Jahre verwendet werden kann.
    Schöne Grüße,
    Dominik

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  3. Wow, ein besseres Willkommengeschenk für einen neuen Erdling kann es wohl kaum geben. Ich finde deine Ausführung sehr, sehr gut gelungen und beglückwünsche dich als frisch gebackenen Onkel. Liebe Grüße, Maral von "Mach mal"
    P.S.: Nach 5 Wochen Urlaub hast du bestimmt neue Energie und Inspiration für neue Projekte - vielleicht ja auch in unserem Portal? Würde mich freuen!

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  4. Hi Maral,
    vielen Dank! Die Kleine schläft derzeit Nachts immerhin scho a paar Stunden durch.
    Bzgl. eurem Portal hab ich mir scho a paar mal vorgenommen, was rein zu stellen. Vielleicht nehme ich mir in Zukunft nix mehr vor und machs einfach ;-).
    Liebe Grüße,
    Dominik

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  5. Hallo Dominik
    schön, dass dein Urlaub vorbei ist (und man wieder was von dir hört)!
    Das Bett sieht sehr gut aus.
    Bei deinen Bildern frage ich mich immer, ob du vor den Fotografieren deine Werkstatt nass raus wischst?
    Die Maschinen sind immer klinisch rein.
    Bei mir schaut es aus wie Sau 😦
    Herzliche Grüße
    Volker

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  6. Hallo Volker,
    erst mal vielen herzlichen Dank für dein Kompliment!
    Zu meinem großen Leidwesen habe ich das Bett leider nicht in meiner "sau koiden" (=sau kalten) Garage gebaut, sondern in der Kurswerkstatt. In der Garage hätte ich zu der Jahreszeit mit den niedrigen Temperaturen wohl doppelt so lange gebraucht und auch meine Freundin hätte nicht mit so viel Hingabe geschliffen. Die Werkstatt ist meist recht sauber, da gebe ich dir recht. Aber das liegt an den Nutzern und dem Werkstattbesitzer.
    Ich finde, dass es bei dir auf den Bildern immer recht sauber und ordentlich ausschaut! Kanns mir gar ned anders vorstellen ;-)... Dafür ist unser Küchenboden des öfteren mit Spänen vom Schnitzen übersäht...
    Herzliche Grüße,
    Dominik

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  7. Hallo Dominik,

    super geworden! Man weiß ja nie, wann man das nächste Bett bauen muss ;-)
    Tolle Idee mit den Clamex-Verbindern.

    Viele Grüße
    Timo

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    1. Hallo Timo,
      vielen Dank! Die Idee mit den Klamex kam mir weil die Berliner Betthaken zu wenig "Fleisch" in den Seiten gehabt hätten. Aufregend wars am Anfang schon ob die Klamex das Gewicht halten können. Aber bisher scheinen sie ihren Dienst zu tun. Desweiteren sind sie leicht zu öffnen und zu schließen.
      Schöne Grüße,
      Dominik

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  8. Hallo Dominik,

    ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen. Das Bettchen ist wirklich klasse geworden. Ein paar Bilder haben den Weg in meine Inspirationsquelle auf dem Rechner gefunden ;)
    Ich kann es schon kaum erwarten, wenn ich morgen endlich wieder in die Werkstatt komme und meine Projekte für dieses Jahr beginnen kann. Dein Bericht macht richtig Lust auf die Holzarbeit.

    Liebe Grüße und weiter so, deine Projekte gefallen mir wirklich gut!
    Tobi

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    1. Hallo Tobi,
      dein Lob fließt runter wie Öl :-)! Freut mich wenn ein paar Bilder den Weg auf deinen Rechner gefunden haben! Aber wie schon erwähnt, die Idee für das Bett stammt nicht von mir.
      Ich hoffe dich mit weiteren Projekten inspirieren zu können ;-). Von dir haben auch schon manche Bilder den Weg zu mir gefunden.
      Viel viel Spaß in der Werkstatt!
      Liebe Grüße,
      Dominik

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  9. Hallo Dominik,
    eine kurze Frage. Wie hast du die Füllungen befestigt ? Gefällt mir sehr gut

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    1. Die Füllungen sind in die Seiten und Streben eingenutet. Von oben und unten werden sie mit einfachen 6er Holzdübeln grob in deren Position gehalten. Die Löcher sind aber um 4mm nach rechts und links größer, damit das Holz arbeiten kann.
      Schönen Gruß

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  10. Hallo Dominik, hast du zufällig eine Sketchup-Zeichnung für dein Bett ? Würde das gerne nachbauen :)
    Vielen Dank

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    1. Servus Manuel,
      tut mir leid, ich habe keine Sketchup-Zeichnung für das Bett. Aber die Maße kann ich dir gerne geben.
      Der Lattenrost ist 140x70cm, an dem habe ich mich logischerweise orientiert. Die Betthöhe beträgt ca. 100cm, wenn mich nicht alles täuscht. Den Lattenrost kann man auf drei Höhen einstellen. Ganz niedrig ist ca. 15cm über dem Erdboden, die zweite Höhe ist auf Höhe der Matratze der Eltern (sonst wär es ja kein Beistellbett) und die dritte Höhe liegt ca. bei 60cm. Die Kleinen sollten im Stehen aber nicht herausfallen können! Wobei das Beistellbett sich üblicherweise erübrigt, wenn die Kinder stehen können. Dann sollte der Lattenrost eh in die erste Stufe gestellt werden. Falls dir die Angaben nicht reichen, frage ich meine Schwester nochmal bzw. messe es nochmal genau aus. Die Gitterstäbe sind 14 Stück, ca. 5cm auseinander. Aber das ergibt sich aus den Maßen der Pfosten.
      Schena Gruaß nach Bayern,
      Dominik

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    2. Oh klasse für deine Antwort. Ich verstehe nur noch nicht ganz wie du das Bett höher stellst ? Hast du das auch mit so Hacken gemacht ?

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    3. In das Kopf- und Fußteil habe ich auf jeder Höhe zwei metallene Gewinde eingedreht. Daran kann man Latten schrauben (M8). Auf den Latten liegt der Lattenrost auf. Pass aber auf, dass die Latten breit und tief genug für den Rost sind! 18mm reichen nicht unbedingt aus. Ich habe noch nacharbeiten müssen.

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  11. Hallo Dominik,
    noch eine Frage. welche Größe haben deine Gitterstäbe ? Gibt es einen Grund warum du es nicht so wie Veronika gemacht hast ?
    Danke und Gruß

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