Donnerstag, 9. Januar 2014

Küche Teil 5 - Schubladen II


Nach längerer Wartezeit kann ich mit der Dokumentation vom Bau unserer Küche weiter machen.
Endlich ging es die letzten Wochen mit den Schubladen voran!! Die gesamte Anfertigung der Schubladen hat bisher sehr viel Zeit in Anspruch genommen und um ehrlich zu sein, mich einige kleinere Nerven gekostet und mich mal wieder gelehrt in Geduld und Ausdauer zu üben.
Fertig bin ich trotzdem noch lange nicht. Aber seht selbst...


Nach dem Schleifen (bis 320er Körnung) aller 75 Schubladeneinzelteile (15er Birke Multiplex), ohne die Fronten gerechnet, und Fräsen aller Kanten (die 15 Böden ausgenommen) konnten alle 15 Schubkästen verleimt werden.
Leider musste ich nach dem Verleimen feststellen, dass ich vor lauter Eifer den Fehler begangen hatte, die Böden schon vor dem Verleimen zuzusägen und einige Böden somit etwas zu kurz waren um sie mit Schrauben von unten zu befestigen.




Somit musste ich mir etwas einfallen lassen. Da ich noch mehr als genug 6mm Multiplexreste hatte, wurden unzählige Streifen (man kann nie genug haben) in zehn und zwanzig Milimetern Breite und in verschiedenen Längen zugeschnitten und jeweils ein schmaler und breiter Streifen miteinander verleimt.


Diese wurden konnten anschließend von unten auf die Böden und Schubkästen angeschraubt werden. Damit waren zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: a) Multiplexreste wurden weniger und b) die Böden waren wieder stabil verschraubt. Allerdings hätte ich mir auch sehr gerne diese Arbeit gespart und mich über exakt passende Böden gefreut. Naja, wieder was gelernt und beim nächsten Mal wird mein Arbeitseifer gebremmst und anderweitig kanalisiert werden müssen ;-).



Damit die Schubkästen entsprechend fest in den Vollauszügen von Hettich verankert werden können mussten hinten in die Schubkästen rechts und links zwei 6mm Löcher gebohrt werden. Dafür gibt es in der Kurswerkstatt eine kleine und sehr feine Bohrhilfe.



Diese muss "ganz einfach" nur hinten an die Schubkästen incl. eingesetztem Boden angehalten werden und anschließend kann das Loch mit einem 6mm Bohrer ca. zehn Milimeter tief eingebohrt werden.
Einfacher ging es nachdem die Schubladen jeweils auf den Kopf gestellt waren und ich die Bohrhilfe mit entsprechend Druck sicher fixieren und Bohren konnte.




Über die Oberflächenbehandlung muss ich euch wohl keine Bilder zeigen. Das hat sich gefühlt viel zu lange hingezogen. Die Böden wurden zweimal mit Lack eingelassen, Zwischenschliff mit 400er Körnung. Die Schubladen wurden zweimal mit Hartwachsöl in Antikweiß behandelt und erhielten ebenso wie die Böden einen Zwischenschliff mit 400er Körnung.
Antikweiß habe ich deshalb verwendet, da die Birke sich im Laufe der Zeit sonst schrecklich gelb verfärbt und mit den weißen Pigmenten im Hartwachsöl die ursprüngliche Farbe länger erhalten wird. Möglicherweise war der Gedanke auch überflüssig, da die Schubkästen eh nicht viel Sonnenlicht sehen werden ;-). Ist ja auch nicht so gedacht.


Jetzt geht´s zurück in die heimische Küche:
Die Vollauszüge (30kg max. Gewicht) wollten ja auch irgendwann einmal montiert werden (sie und der dadurch verstellte Platz in der Wohnung schreiten förmlich danach). Um mir die Arbeit leichter zu machen, habe ich mir eine passende Schablone aus Multiplexresten (mal wieder) angefertigt.
Ziel war es für mich mit meinem 5er Zentrierbohrer jeweils zwei Löcher vorbohren zu können, ohne die passenden Löcher in der MP-Schablone im Laufe der Zeit durch das Bohren zu erweitern. Also nahm ich Maß vom Zentrierbohrer, kam auf 8,5mm und bohrte mit einem entsprechenden Metallbohrer ohne Zentrierdorn entsprechende Löcher in meine Schablone. Die meisten der Löcher sind dabei exakt geworden. Wohl gemerkt, die meisten, denn ein paar Ausreiser gab es leider doch. Die störten beim Anbohren aber nicht, da ich letztlich nur zwei Löcher benötigte und mir die restlichen Bohrungen in der Schablone auch hätte sparen können ;-). Um u.a. meine Bleistiftstriche und -zeichen nicht zu verwischen, wurde die Schablone noch mit Hartwachsöl einfach behandelt.




Wie schon erwähnt... exakte Löcher sind etwas anderes, aber es ging auch so wirklich gut!!


Und diese Woche konnten jetzt ENDLICH die ersten neun Schubladen in die Unterschränke montiert werden. Alle Oberflächen waren wie schon oben erwähnt behandelt, geschliffen und getrocknet, die Löcher in den Vorderzargen (??) für die Fronten gebohrt und es mussten nur noch die Böden eingesetzt, festgebohrt (3x30er Spax) und jeweils zwei Scharniere pro Schublade für die Auszüge angebracht werden.

Alle nachfolgenden Bilder muss ich nicht einzeln beschreiben, sie sind wohl selbsterklärend...







Die Qualität der letzten drei Bilder lässt leider zu Wünschen übrig, da sie mit meinem Handy aufgenommen wurden. Es gibt trotdem etwas zu erkennen ;-)...


Da waren sie noch leer...

... und hier schon voll...

 



Hier geht´s zu Teil 6.





Kommentare:

  1. Hallo Dominik,

    ich finde es klasse, das Du zu Deinen "Patzern" stehst und sie zeigst. Das Woodworker Leben ist nicht immer einfach :-)

    Mein Chef in der Handwerker Ausbildung hat immer gesagt:" Blöd darf man sein, aber nicht ungeschickt" :-) Allerdings sagte er das in schwäbisch, das ich Dir ersparen möchte.

    Das Lustige, die Schublade ist kaum drin, der Lack gerade so trocken und Frauchen macht schon "voll"

    Und Jetzt ? Neue Küche ? Größere Küche ?
    Gruß Andi

    P.S. Ein geiles Projekt, da gehört schon Traute zu sagen "Schatz, die Küche bau ich selbst und vor allem besser :-) "

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  2. Hi Andi,

    vielen Dank für dein dickes Kompliment :-)!! Zu meinen Fehlern oder Patzern steh ich gerne, hab mich ja ausgiebig darüber geärgert und konnte sie zum Glück wieder beheben. Die gehören einfach dazu. Von der Perfektion bin ich sowieso so weit entfernt wie die Sonne von der Erde. Also kann ich auch sehr gut dazu stehen. Und für meine erste Küche lässt sich´s gut damit leben.

    Ja, meine Freundin konnt´s kaum erwarten die Schubladen einzuräumen. Dabei hätte ich noch sooo gerne die Kisten mit all dem Zeug, in denen ich so schwer was finden konnte, in der Küche stehen gehabt ;-).

    Den Spruch von deinem Chef würd ich schon mal gern auf Schwäbisch hören, am besten noch geschrieben :-). Das ist wie mit dem Bayrisch, unmöglich zu schreiben.

    Wenn die Schubladen incl. Fronten alle fertig sind, kommen zwei Oberschränke dran. Das wird dann wohl zügiger gehen. Und danach geht mir die Arbeit mit weiteren anstehenden Projekten sicherlich nicht aus :-).

    Schönen Gruß,
    Dominik

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  3. Schön zu sehen, wie Dein Küchenprojekt voranschreitet, Dominik! Toll, wie Du uns hier auf dem Laufenden hältst. Das lässt sich doch schon mal sehen. :-) Viel Spaß und Erfolg weiterhin! Dein SPAX-Team

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  4. Hi Dominik,

    ich bin weiterhin begeistert von deinem Küchenprojekt...Hut ab!

    Da sieht man mal, du baust dir eine ganze Küche und ich bastel in meiner Waschküche ;)

    Viele Grüße,
    Nico

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  5. Servus Nico,

    danke für´s Kompliment :-)! Den Hut lass aber mal in aller Ruhe auf! So einen Korpus für die Schränke bzw. Schubladen zu bauen ist nicht so besonders. Das hast du auch schon gemacht. Um deine Waschküche wäre ich froh, dann bräucht ich nicht in der kalten Garage arbeiten ;-). Auch wenn ich einiges in der Kurswerkstatt weg schaffen kann.
    Deine Arbeiten würd ich auch nicht als "basteln" bezeichnen. Von EDV usw. hab ich um so weniger Plan.

    Schöne Grüße nach Nürnberch,
    Dominik

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