Mittwoch, 1. Mai 2013

Esstisch Teil 2


Heute schon folgt die Fortsetzung von Teil 1.
Ich bin die letzten beiden Tage fleissig gewesen und habe einiges am Tisch, besser gesagt an den Zargen und Beinen arbeiten können. Zu meinem Leidwesen habe ich, bisher war alles sooo gut gelaufen, "an saudummen dicken Hund nei ghaut". Was für einen, werdet ihr weiter unten sehen.

Zunächst habe ich die Füße an den später zu verleimenden Stellen mit Kreppband abgeklebt und die Oberflächen aller Füße und Zargen mit einem Hartwachsöl in antikweiß behandelt. Die weißen Farbpigmente lassen das Eichenholz nicht so dunkel werden und erhalten in meinen Augen am besten den ursprünglichen Farbton des Holzes. Sowas ist aber bekanntermaßen Geschmackssache. Mir persönlich gefällt einfach die dunkle Eiche des "Gelsenkirchener Barocks" überhaupt nicht.

Zurück zu den abgeklebten Füßen. Nach einem Tag trocknen und einem Nachschliff mit 320er Körnung, war sehr zu meiner Zufriedenheit unter das Kreppband kein Hartölwachs gedrungen.


Weiter ging es mit dem Zuschneiden der Nutklötzchen (50x60mm) - insgesamt 12 Stück - mit der Tauchsäge am MFT und dem Einfräsen der Schlitze für 8er Dominos. Die Löcher für die Schrauben wurden erst nach dem Einleimen der Dominos in die Nutklötzchen gebohrt.
Den Tip für diese Bauart von Nutklötzchen, was dem Namen somit nicht mehr gerecht wird, habe ich von Michael Hild. Der Bau ging einfach und schnell von der Hand.
Damit die Dominos auch in den Zargen Halt finden und das Holz arbeiten kann, mussten in die Zargen entsprechend breite Schlitze gefräst werden. Das hat auch am ersten Tag mit einem 8er Fräser wunderbar geklappt. Die Domino war richtig eingestellt, der Anschlag fest und konnte nicht verrutschen und wie man auf dem übernächsten Bild sehen kann, das Ergebnis gelungen.



Über Nacht habe ich mir dann Gedanken gemacht, ob ich die Schlitze nicht mit einem 10er Fräser noch vergrößern sollte, damit die Nutklötzchen leichter in die Zargen passen und ein wenig mehr Spiel haben. Gedacht, getan, habe ich mit einem 10er Fräser in der Domino OHNE die Einstellung der Domino vom Vortag zu ändern, die Schlitze vergrößern wollen.
Und so sah dann das erste Ergebnis aus:


Wie ihr euch sicherlich denken könnt, habe ich wie ein Rohrspatz geflucht und hätte mich dafür unheimlich gerne in meinen Allerwertesten gebissen. Ging aber ned, ändern konnte ich auch nichts mehr und mir blieb nur die Möglichkeit in meinem Frust die Lust am Holzwerken für diesen Tag zu verlieren oder gleich den Fehler auszubessern bzw. zu karschieren. Oder zumindest es zu versuchen.
Glücklicherweise hatte ich die Tage zuvor in einem Baumarkt Hartwachs in Eichenfarbe gekauft, um kleinere Macken oder Dellen karschieren zu können. Dass die zu karschierende "Delle" dann so groß sein würde, hätte ich mir wohl vorher nicht gedacht.

Unter dem eichenfarbenen Wachs stecken zwei abgesägte 10er Dominodübel. Damit sie überhaupt in den großen Schlitz passten, musste ich sie an der Verbindungsstelle mit meinem Flachwinkelhobel bearbeiten, was auch ganz gut geklappt hat.
Und so sieht das Werkstück momentan aus. Falls mir noch jemand einen Tipp geben kann, wie oder was ich noch besser machen kann, um diesen groben Schnitzer noch mehr zu karschieren, freue ich mich sehr über jegliche Hilfe!!


Um mich wieder runter zu bringen und meinen Frust in andere Bahnen zu lenken, habe ich die beiden kurzen Zargen mit den jeweils dazugehörenden Füßen verleimt. Und diesmal hatte ich sogar ein kleines Erfolgserlebnis. Da die Füße vor dem Verleimen schon einmal geölt bzw. gewachst waren, konnte der austretende Leim sehr viel leichter abgewischt werden wie sonst üblich.







Hier geht´s weiter zu Teil 3.





Kommentare:

  1. Hallo Dominik,

    Mensch sieht doch Klasse aus. Dieses Missgeschick würde ich so stehen lassen, wie es ist. Es ist doch auf den Innenseiten der Zargen und wird womöglich noch von einem Nutklotz verdeckt.

    Derjenige, der sich auf Knien unter den Tisch begibt, um Dir zu dann sagen, das er Deinen Fehler entdeckt hat, kannst Du dann gleich in den ..... treten.

    Kunstfehler passieren Jedem.

    Wieso wolltest Du die Nut auf 10 mm vergrößern bei 8 mm Dominos ? Dann hätte die Tischplatte doch Spiel oder ?

    Gruß Andi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Andi,

      danke für deinen Kommentar! Du kennst sowas sicherlich auch, ich hab mich einfach sakrisch geärgert. Und gerade weil´s so ein Bock war wollt ich´s reinstellen um ehrliche Kommentare zu bekommen. Mit dem Nutklotz hast du recht. Und es wird sicher keine(r) nachschauen.

      Warum ich die Nut auf 10mm vergrößern wollte? Dachte es wäre besser für das arbeitende Holz. Wohl ordentlich daneben gelangt. Ich lass das auch jetzt alles so.

      Gruß,
      Dominik

      Löschen