Dienstag, 29. November 2016

Ein Blogbeitrag aus tropischen Gefilden...



Viele von euch werden sicherlich schon ein paar Länder bereist haben. Möglicherweise waren auch Bali und die Nachbarinsel Lombok darunter? Auf beiden Inseln kommt man als leidenschaftlicher Hobbyist, was die Holzbearbeitung betrifft, am Holz(weg) gar nicht vorbei.
Die drei ersten Bilder zeigen Mahagoniholz und einen Ausschnitt eines Mahagonibaumes. Mahagoniholz gibt es auf Bali und Lombok gefühlt so häufig wie bei uns Eiche, Ahorn oder sogar Buchen. Die Bäume wachsen also überall. Und was machen die Einheimischen mit dem Holz? Unter anderem wird es neben Möbeln und Schnitzereien vor allem für den Export auch für den Haus- und Straßenbau verwendet. Letzteres tat mir in der Seele weh. Aber so ist das halt und zu meinem aller größten Bedauern konnte ich nicht mal einen so klitzekleinen Stamm mit ins Flugzeug und nach Hause nehmen...



               



Zwei Tage vor unserem Abflug nach Hause habe ich mich mit der einheimischen Schnitzerei ein wenig näher beschäftigt. An einem Nachmittag in Ubud in einer öffentlichen Bibliothek wurde ich in die Schnitztechnik eingewiesen. Ich hab mich wirklich angestrengt mit dem weichen Hibiskusholz. Aber an das rechte Kunstwerk bin ich nicht wirklich mit meinen so kurz erlernten Fähigkeiten dran gekommen. Die balinesischen Schnitzer erlernen ihr Handwerk schon im frühen Kindesalter, ca. ab sieben Jahren. Da hab ich mir dann keine weiteren Gedanken über mein geschnitztes "Kunstwerk" gemacht.


Das Werkzeug habe ich in die Kategorie "sehr interessant" eingeordnet. Zum Glück habe ich kein Schubladendenken und hege irgendwelche Zweifel an zum Teil angerosteten Schnitzeisen. Der liebe Lehrmeister wollte mir sechs Stück für a 4,- Euro verkaufen. Ich hab wirklich überlegt welche mit zu nehmen. Die Eisen waren richtig schön scharf! Aber was soll ich mit Schnitzeisen anfangen? Dann müsste ich wohl meinen eigentlichen Beruf aufgeben, um nur annähernd mit den Eisen so umgehen zu können wie der balinesische Schnitzer. (Und Drechseln möchte ich ja auch noch nächstes Jahr anfangen...)




           

Am Ende des Nachmittages war ich dann recht zufrieden mit meinem ersten geschnitzten balinesischen Seerosenmuster. Fertig war es nicht, aber dafür ich um so mehr.




Die nächsten Bilder sind von Leuten, die wirklich was vom Schnitzen verstehen! Am vorletzten Tag auf Bali haben wir einen selbstorganisierten und kurzweiligen Ausflug in ein Dorf nahe der Stadt Ubud gemacht, in dem sehr sehr sehr viel Holz verarbeitet wird und sehr sehr sehr viele Holzprodukte verkauft werden. Wir haben keine der wunderschönen Statuen mit nach Hause genommen. Aber bewundert haben wir sie trotzdem.
Als Holz kommen sämtliche tropischen Hölzer zu Verwendung, von denen unsereins möglicherweise nur träumt. Woher die Hölzer allerdings zum Teil stammen haben wir nicht in Erfahrung bringen können. Es hieß von Sumatra und Borneo. Den Einheimischen möchte ich nichts unterstellen, aber aus umweltschonender/-gerechter Abholzung stammen die Hölzer wohl nicht.

                 

          

Die geschnitzten Türen sind für den Export gedacht, rechts sind typische balinesische Masken zu sehen.

         

Für das linke untere Bild benötigt ein Schnitzer ca. einen Monat und müsste Teak sein.
Der Teilausschnitt rechts unten ist aus Hibiskusholz geschnitzt.

         






Und das ist eine etwas größere Bank, aus einer wohl etwas größer dimensionierten Wurzel heraus gearbeitet.



Einen kleinen Abstecher in ein großes Holzlager, an der Straße gelegen, haben wir natürlich auch gemacht. Um ehrlich zu sein wäre ich, mal wieder an dem Tag, vor lauter wunderschöner Hölzer fast verrückt geworden. Und als ich mich rein theoretisch nach den Preisen erkundete... naja, gut dass meine Freundin mich an der Hand genommen und aus dem Lager heraus geführt hat. Sonst hätte ich eine Ladung Hölzer in ein paar Wochen in der Einfahrt liegen.
Nein, ernsthaft, die Hölzer sind dort wirklich spott billig. Nur wie schon oben erwähnt, weiß man nicht woher sie stammen. Daher hätte ich mir auch keines mitgenommen.

Aber SCHÖN waren sie TROTZDEM!!!

                             

                             








Kommentare:

  1. Hallo Dominik,
    ein schöner Bericht. Die Bilder aus dem Holzlager lassen einem den Blutdruck ansteigen.
    Wenn Du schon keine Bohle für Dich mitgenommen hast, hättest du ja wenigstens bei mir nachfragen können :-(
    Trotzdem noch herzliche Grüße
    Volker

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    1. Hallo Volker,
      danke schöne. Das Holzlager hat nicht nur deinen Blutdruck ansteigen lassen ;-).
      Ich gebe dir recht, zumindest fragen hätte ich dich können :-). Beim nächsten Mal mach ich das bestimmt!
      Herzliche Grüße zurück,
      Dominik

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  2. Hallo Dominik,

    da bekommt man als Holzliebhaber ganz weiche Knie. Super Bilder und hoffentlich auch eine spannende Reise. Die großen Baumscheiben - ist das Akazie und Tamarinde?

    Beste Grüße
    Timm

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  3. Hallo Timm,
    die Reise war sehr schön! Ich hatte richtig weiche Knie... fast wäre ich vor lauter Holzschönheiten in Ohnmacht gefallen ;-).
    Akazie war sicherlich dabei, sehr viel Mahagoni, Teak, Tulpenbaum und Citrusbäume. Nur welche kann ich dir leider nicht mehr sagen. Das wollte ich ziemlich schnell vergessen, um mich nicht wieder der Gefahr einer plötzlichen Ohnmacht beim Betrachten der Bilder auszusetzen ;-).

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  4. Dort ist das Holz spottbillig. Heute musste ich für 1 qm amerikanische Weißeiche schon Euro 74,00 bezahlen! Na ja, umziehen dort hin ist teurer :-)
    Gruß
    Friedel

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  5. Moin,
    wow da bekommt man ja feuchte Augen bei dem schönen Holz :-)

    Gruß
    Sascha

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    1. Servus, du sprichst damit einigen aus der Seele ;-).
      Gruß, Dominik

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  6. Hallo zusammen, also da kann ich mich Sascha auf jeden Fall anschließen. Die Bilder bzw. die Hölzer sind wirklich klasse. Da würde mir direkt einiges einfallen was ich damit alles bauen würde :)

    Beste Grüße

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