Sonntag, 2. Dezember 2012

Sideboard Teil 2

Sideboard Multiplex weiß mit Buchenplatte und -schubladen Teil 2


Zuallererst möchte ich einmal noch einige Bilder zu Teil 1 nachliefern. Hier sind die Löcher für die Dominodübel zu sehen, die ich in eines der Seitenteile mit der Dominodübelfräse gefräst (eine Fräse fräst..., ganz neu oder ;-)?) habe. Ich musste logischerweise dabei aufpassen, dass die beiden Böden und Zargen incl. Dominos bündig in die gefrästen Löcher passen.




Leider habe ich beim Fräsen der Dominolöcher bei den Böden und Zwischenbrettern nicht darauf geachtet, dass die Dominolöcher exakt mittig in den Seiten der Bretter sind. So ist ein geringer Höhenunterschied bei den Dominolöchern zwischen zu sehen.
Wieder was dazu gelernt...



... dafür sind die Dübel exakt im rechten Winkel eingeleimt (siehe Bild). Bei einem vorangegangenen Projekt hatte ich die Dominos etwas windschief eingeleimt und später beim Zusammenleimen und Spannen deswegen leichte Schwierigkeiten hatte. Da der bei mir verwendete Holzleim eine Stunde Trockenzeit hat, konnte ich mir auch etwas Zeit lassen, die Dominos exakt zu setzen und ein zu leimen.



Um die Zwischenbretter fest und sicher in den Zwischenboden einleimen zu können, sind in den Zwischenbrettern des Sideboards oben bzw. unten zwei bzw. drei Bohrungen gemacht. Dabei mussten die Fräsungen jeweils (logischerweise) tief genug für die Dominos (8x40 und 8x50) sein.
Im Zwischenboden habe ich für die beiden außen liegenden Dominos jeweils durchgefräst. Damit besteht eine direkte Verbindung zwischen dem unteren und oberen Zwischenbrett und ich erhoffe mir auch eine bessere Stabilität des ganzen Sideboards.

 

Hier sind die dazugehörigen Dominos zu sehen, 8x50 - 8x40 - 8x50.



Nachdem die Zwischenbretter exakt mit den Dominos in die jeweiligen Fräsungen passten, konnte ich die Bretter endlich verleimen. Ich musste meine großen 125er REVO-Zwingen benutzen, da die Höhe über 800 cm geht und somit meine anderen Zwingen in deren Länge nicht ausreichten. Während dem Anbringen der Zwingen kam die Überlegung auf, mir möglicherweise doch noch 1000er REVO-Zwingen zuzulegen. Zwingen kann man ja nie genug haben. Wenn die Dinger nicht so "günstig" wären...

Das Spannen und Leimen konnte ich auf meinen beiden Werkzeugwägen machen. Wie man möglicherweise im Hintergrund erkennen kann, ist mein alter Kinderschreibtisch im Hintergrund voll gestellt (ändert sich hoffentlich bald), und kann daher nicht als zusätzliche Werkbank dienen.

Noch etwas zu den REVO-Zwingen: Die Dinger sind in meinen Augen absolut ihr Geld wert!! Mit ihnen war es mir ohne größeren Aufwand alleine möglich, die Bretter exakt und im 90° Winkel zu leimen. Und in der Zwischenzeit konnte ich anderen Aufgaben nachkommen...



... nämlich den Fräsungen für die Nutholzklötzchen für die Buchenplatte und den Bohrungen für 8er Runddübel, mit denen die Zargen in die Ausschnitte der oberen Zwischenbretter noch zusätzlich befestigt werden sollen.
Die Löcher an der hinteren Zarge sind durchgebort, die werden nicht sichtbar sein. Vorne müssen die Bohrungen verdeckt sein, weshalb ich die Punkte für die Bohrungen mit Metalldübeln in den Ausschnitten der Zwischenbretter markierte. Leider habe ich dabei vergessen entsprechende Bilder zu machen.


Der Abstand der Fräsungen nach oben beträgt einen Zentimeter. Die Nutklötzchen werden somit nach oben zur Buchenplatte einen Abstand von wenigen Millimetern haben, wodurch die Platte fester auf das Gestell gezogen werden soll. Mit den Fräsungen in den Zargen kann das Holz aber gleichzeitig arbeiten und wird sich nicht werfen (so sollte es zumindest sein).



Hier sind die schon gefertigten Zargen zu sehen. Dabei habe ich mal wieder still und leise in mich hinein geflucht, dass ich keine Tischkreissäge habe, um beispielsweise schnell und einfach Nutklötzchen herstellen zu können. So musste ich mehr oder weniger alle zwei Millimeter mit meiner Tauchsäge ausschneiden.
Zuerst habe ich die Nut mit der Oberfräse machen wollen. Das hat aber leider nicht so funktioniert wie ich mir das vorstellte und schließlich habe ich zur Tauchsäge gegriffen. Insgesamt habe ich zwölf Nutklötzchen angefertigt, jeweils sechs Stück für ein Sideboard.
Die Nacharbeiten an den Nuten wurden mit einem 12er Stemmeisen ausgeführt, die Kanten mit meinem kleinen Flachwinkelhobel gebrochen.


Um die Nutklötzchen auch an den Buchplatten befestigen zu können, gehören ja auch Löcher für die Schrauben in die Nutzklötzchen. Die Löcher sind mit einem 4er Holzbohrer und der CXS gebohrt, so dass ich 5er Schrauben verwenden kann.


Die Löcher wurden noch mit einem Lochsenker nachgearbeitet, damit die Schraubenköpfe Platz haben und im Holz besser versenkt werden können.



Jetzt konnte ich mich den Buchenplatten widmen. Die ursprüngliche Plattengröße war 1200 x 1210cm. Die Plattengröße kann ich leider nicht in meinem Auto transportieren, weshalb ich die Platten in der Kurswerkstatt Freiburg halbiert habe. Die Plattengröße, die ich für die Deckplatten gedacht hatte, betrug jetzt ca. 650 x 1200cm. Um die endgültigen Platten daraus zu erhalten, musste ich die Platte nocheinmal mit der Tauchsäge teilen, wozu ich meine 140er Schiene verwendete (wie in Teil 1 schon beim Zuschnitt der Multiplexplatten beschrieben).



Die Stirn- und Längsseiten habe ich nach dem Zuschnitt mit meinem kleinen Flachwinkelhobel nachgearbeitet. Mit meinem 5er Hobel schien mir die Sache doch etwas zu heikel, im Nachhinein hätte ich´s ruhig versuchen können.
Mit einem Hobel bearbeitete Oberflächen überraschen mich jedesmal wieder auf´s neue, weil sie sich einfach anders anfühlen wie geschliffene Oberflächen.


Die Oberfläche habe ich trotzdem mit meinem Rotexschleifgerät geschliffen, mit einer 120er Körnung angefangen und mit einer 240er Körnung aufgehört. Ich weiß, dass einige sagen werden, dass erst der letzte Schliff mit einem 240er Schleifpapier gemacht werden muss, aber das ist sozusagen eine Fleißaufgabe meinerseits. Die Oberflächen fühlen sich für mich besser an.


In den nächsten Schritten müssen die Kanten der Buchenplatten noch mit der Oberfräse nachgearbeitet werden. Das stand aber zu dem Zeitpunkt hinten an und wird im nächsten Teil beschreiben.

Vorher war das Verleimen des ganzen Korpus wichtig, auch um die Buchplatten entsprechend in der Länge zusägen zu können.
Auf den nachfolgenden Bildern ist das Verleimen der vorderen Zarge und der beiden Seitenplatten zu sehen.


 




Nachtrag zum Verleimen:
Ich habe normalen Holzleim für die beschichteten Multiplexplatten verwendet, da ich leider keinen PU-Leim zur Hand hatte. Um dem Korpus mehr Stabilität zu geben habe ich mir den Kreg Jig Jr. bestellt, mit dem ich verdeckte Taschenbohrungen machen kann. Ob die notwendig sein werden, wird sich im weiteren Verlauf noch zeigen...


Zu Teil 3 gehts hier.





Kommentare:

  1. Hallo Dominik,

    wann gehts denn endlich weiter?

    Grüße

    Micha

    AntwortenLöschen
  2. Hey Micha,

    die letzten Tage konnte ich leider am Sideboard nicht weiter machen. Es stand noch ein sehr kleines Projekt als Hochzeitsgeschenk für´s Wochenende an. Hoffe nächste Woche weiter machen zu können!!

    Schönen Gruß,
    Dominik

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Dominik,
    wie ist jetzt deine Erfahrung mit dem Resultat der Verleimung, speziell auf den beschichteten Flächen? Tut es der Holzleim? Geben da evtl die Dominos an sich schon genug Halt? (Habe keine Domino...). Plane auch etwas mit beschichtetem bzw selbst lackiertem Multiplex zu bauen. Ist es da aus deiner Sicht also nicht erforderlich, die zu verleimenden Flächen abzuschleifen, sofern sie zumindest gedübelt sind? Bin diesbezüglich noch am grübeln. Würde die Sache natürlich "entkomplizieren", falls du da positives berichten kannst.
    Danke und Gruß,
    Simon

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Simon,

    bisher hat die Verbindung gehalten. Woran das liegt weiß ich nicht sicher, wahrscheinlich an Holzleim und Dominos (=Dübel) zusammen.
    Für das zweite Sideboard habe ich PU-Leim (Polyurethan) verwendet. Da gibt´s spezielle Leime, die für Holz und ähnliche Materialien sind und auch nicht mehr oder zumindest wesentlich mehr kosten wie gewöhnliche Holzleime.
    Ich habe bisher nie die zu verleimenden Flächen abgeschliffen und auch von anderen Holzwerkern nichts darüber gehört oder irgendwo gelesen.
    Wenn du "gewöhnliche" Holzdübel in entsprechender Stärke und einen PU-Leim verwendest, solltest du schon (nach meinen Erfahrungen!) auf der sicheren Seite liegen. Übrigens, den PU-Leim den ich meine, siehst du auch auf der Startseite der Holzwerken-Homepage. Ist ein scheinbar verbreiteter Leim.
    Ich hoffe dir damit helfen zu können.

    Schönen Gruß und viel Spass beim Bauen,
    Dominik

    AntwortenLöschen
  5. Danke, sehr nützliche Info!
    Großes Kompliment auch für deinen Blog und die Klasse Dokumentationen. Macht großen Spaß, die Projekte zu verfolgen.
    Gruß,
    Simon

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gern geschehen Simon!
      Vielen Dank für dein Kompliment :-). Höre ich wirklich gerne! Selber bin ich mir nicht immer sicher, ob mein Schreibstil so passt und die Dokumentation ausreichend genug bzw. nicht zu detailiert ist.
      Bleib weiter dabei,
      Gruß,
      Dominik

      Löschen