Freitag, 14. Dezember 2012

Bilderrahmen Kirsche

Eigentlich habe ich derzeit ausreichend mit den beiden Sideboards für meine Eltern in der Werkstatt zu tun. Die Buchenplatten müssen weiter bearbeitet werden, da gab es ein paar kleine Abänderungen im Design, und mit den Schubladen habe ich noch gar nicht begonnen.
Aber da wir, meine Freundin und ich, am Wochenende auf einer Hochzeit eingeladen sind, dachten wir uns beide, dass ich noch was "Kleines" aus Holz machen könnte. Als schönen Rahmen, diesmal wörtlich, für das meist übliche Geldgeschenk.


Ich habe bisher schon zwei kleine Bilderrahmen aus Pflaume für Bilder im Format 18x13cm hergestellt. So war die Vorgehensweise also nichts Neues für mich. Und trotzdem bin ich an drei Abenden in der Werkstatt gestanden und habe wieder mal einiges dazu gelernt.

Den Rahmen habe ich aus 25mm Kirschleimholz gemacht, das ich noch vom Couchtisch meiner Schwester übrig hatte. Die ersten Leisten waren von mir mehr als windschief zugeschnitten. Tja, wenn man die Winkel nicht kontrolliert und einfach drauf los arbeitet... Jedenfalls habe ich die Leisten nach mehreren Korrekturversuchen verworfen und neue Leisten zugeschnitten.
Die Länge der vier einzelnen Leisten wurden am Format 18x13cm angepasst, incl. Nut auf der Rückseite für das Glas des Bilderrahmens. Innen beträgt die Rahmengröße 17x12cm, außen 21x16, die Rahmentiefe und Höhe betragen 25mm.

Um saubere 45° Winkel zusägen zu können, baute ich mir vor einiger Zeit eine sehr einfache Gehrungslade und habe sie für meine Bedürfnisse mit der Tauchsäge leicht abgeändert. Diese Zuschnitthilfe ist zwar sicherlich noch verbesserungswürdig, aber momentan fehlt mir bzw. nehme ich mir die Zeit auch nicht, um beispielsweise die Schraubbefestigungen noch zu ändern. Die Gehrungslade leistet mir trotzdem einen guten Dienst und ich habe keinen Ärger mehr mit unsauber geschnittenen 45° Winkeln.



Die Nut auf der Rückseite für das Glas und die Aufhängung wurde mit der Tauchsäge nach dem Zuschnitt der Leisten auf ihre entsprechende Länge herausgesägt. Bei meinem ersten Bilderrahmen habe ich die Nut noch mit meiner OF 1010 ausgefräst. Mit der Tauchsäge geht das jedoch wesentlich leichter und schneller.

Den Leisten habe ich jeweils noch einzeln mit der OF 1010 den entsprechenden Schwung an der Außenkante verliehen. Die Aussparung an der Innenseite des Rahmens habe ich konkav gestalltet, um den Blick des Betrachters nach innen zu lenken.
Nach dem Zusammenleimen des Rahmens - stabilisiert durch die kleinsten Dominos (4x20) in meinem Sortiment - konnte ich die eben genannte Aussparung ausfräsen.
Im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht doch vor dem Zusammenleimen die Innenkante hätte fräsen sollen. Die Winkel würden spitz und nicht, wie auf dem Bild zu sehen ist, rund zulaufen.



Zum Schluss wurde der Rahmen mit feinem 300er Schleiffließ per Hand bearbeitet und zweimal mit einfachem, handelsüblichen Möbelöl behandelt.

Das Glas und den Karton mit der Halterung für eine mögliche Wandbefestigung habe ich auf einfache Art und Weise mit zwei kleinen 3,5x16 Spax befestigt. So kann ein Bild leicht und schnell mit ein paar Schraubendrehungen gewechselt werden.



Jetzt hoffe ich nur noch, dass das Hochzeitspaar auch "ja" sagt ;-)...





Kommentare:

  1. Hi Dominik!
    Einen klasse Blog hast Du! Man merkt richtig, wie viel Leidenschaft Du für's Holz hast...
    Danke übrigens, dass Du SPAX erwähnt hast. Wenn Du magst, tausch Dich mit uns doch auch gern auf unserer Facebookseite (facebook.com/SPAX) aus. Wir sind auf Deine nächsten Projekte und Projektergebnisse gespannt.

    Herzliche Grüße,
    Dein SPAX-Team

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  2. Mensch, du hast ja richtig schöne lange und detaillierte Anleitungen zu deinen Holzarbeiten. Finde ich super! Und der Bilderrahmen hier gefällt mir auch total. Vielleicht hast du ja Lust, deine Projekt mitsamt Anleitung und Bildern auf unserem Heimwerkerportal www.mach-mal.de zu veröffentlichen? Die anderen User und auch ich als Administratorin würde mich sehr über einen Besuch von dir freuen! Liebe Grüße, Juliane von "Mach mal"

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    1. Hallo Juliane,

      vielen Dank für dein Kompliment. Ich meld mich bei euch nach den Feiertagen.

      Lieben Gruß,
      Dominik

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  3. Schöner Blog, Dominik :)
    Grüsse NICO

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    1. Hey Nico,
      einfach nur ein herzlich bayrisches MERCY!!
      Bis bald...,
      lieben Gruß,
      Dominik

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  4. Hallo Dominik,
    vielen Dank für Deine tolle Anleitung! Besonders gefällt mir, dass Du auch auf Probleme hinweist und dadurch gleich Anregungen zur Optimierung gibst.
    Eine Frage hätte ich: Hast Du einen alten Karton für die Rückseite verwendet oder gibt es dazu eine Bezugsquelle?

    Viele Grüße

    Andreas

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  5. Hi Andreas,

    also Karton und Glas gibt es fertig in den Standardgrößen in Baumärkten, z.B. dem mit dem Biber.
    Ich habe auch schon von kaputten Bilderrahmen das Glas und die Rückwand wiederverwertet. Das Glas sollte dabei logischerweise nicht gebrochen sein.

    Gruß,
    Dominik

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    1. Super, vielen Dank für den Tipp!

      Viele Grüße

      Andreas

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